Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Lebensbühne!

(Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...)

 

10.11.2019

Schon wieder Montag…

07.10.2019

Es hilft nichts, ich kann es nicht leugnen, aber montags ist es in letzter Zeit immer recht trübe in mir. Das hat nichts mit dem Wetter zu tun. Meine Stimmung ist dann nicht die Beste.

Anscheinend kommt an diesem Tag die Gesamtsituation wieder zum Vorschein. Es mag ja auch Zufall sein, dass es ausgerechnet immer montags so ist…., denn nicht nur montags trauere ich um meine Ma, nicht nur montags gehen mir die Haare aus und auch nicht nur montags sehe ich aus wie ein Monster, das sich selbst im Spiegel angrinst. Wobei…Angrinsen geht momentan gar nicht, denn alles ist trocken und spröde und ich muss mehrfach am Tage cremen. Die Mundecken reißen auf und ich werde einem Vampir doch immer ähnlicher. Wobei das jetzt nicht auf den Regenschirm bezogen ist, den ich zum Schutz vor der Sonne permanent bei mir trage, davon hatte ich ja schon erzählt. Und in letzter Zeit schützt mich dieser Schirm sogar vor Regen, komisch, da schaut dann aber kein Depp drauf und gibt merkwürdige Kommentare dazu ab.

Am vergangenen Freitag war ich Gast auf einer Feier in meiner zweiten Heimat, der Pfotenakademie. Es war so herrlich, so viele bekannte und mir nahestehende Gesichter wiederzusehen und in den mir wohlbekannten Räumen endlich wieder zugegen zu sein. Als ich so durch die Gänge und dann in mein Büro  schlich, überkam mich Wehmut und ich wurde sentimental - nur für mich….und nein, es war Freitag, nicht Montag. Scheint also auch freitags zu klappen mit den Emotionen.

Das Highlight des Abends waren für mich unter anderem Cookie und Davinci, die beiden Hunde. Ich hatte mir meine Baumwollhandschuhe übergezogen, damit ich sie auch streicheln konnte. Allerdings schienen sie mich nicht sofort erkannt zu haben. Und so musste ich lernen, dass Menschen, die eine Chemo bekommen, ihren Eigengeruch verändern und somit für Hunde nicht mehr erkennbar sind.
Davinci ist einer von Mala´s Welpen (siehe unter Tierische Geschichten), die wir Ende 2014 in der Pfotenakademie aufgezogen haben. Beim letzten Mal, als er mich sah, war er nicht mehr zu halten und ich wurde regelrecht umgeworfen. Jetzt ist er zunächst achtlos an mir vorbeigegangen. Das tut schon weh….

Alles ist im Wandel. Ich hatte gute Gespräche mit meinen Kollegen und Freunden. Es war ein wundervoller Abend und ich merkte gegen 22 Uhr eine gewisse Bettschwere in mir hochsteigen, doch Ihr kennt das sicher, wenn der “tote Punkt” einmal überwunden ist, ist auch die Müdigkeit vergessen und so war ich sehr verwundert, als es dann doch schon 1 Uhr war und wir den Heimweg antraten.
Am nächsten Tag habe ich dann gemerkt, was ich mir nicht eingestehen wollte, wie anstrengend es doch war. Klar, die Aufregung spielt dabei auch mit, aber früher habe ich sowas ganz anders weggesteckt und zudem noch meistens Alkohol getrunken und dann natürlich alles auf diesen geschoben. Jetzt blieb ich beim Wasser. Hatte ich erwähnt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken darf? Das fällt mir gar nicht schwer. Ich will es auch gar nicht! Ich kann mich wirklich noch selber überraschen…

Gestern haben wir uns mit unserer Tochter in Köln getroffen und sind ins Gloria Theater gegangen. Dort wurde “Unter Puppen” gespielt. Es war bereits unser 3. Besuch und ich kann diese Show wirklich nur Jedem empfehlen. Was habe ich gelacht. So viel konnte ich gar nicht cremen. Es war so herrlich und für gute 3 Stunden fühlte ich fast wieder so eine altbekannte Unbeschwertheit, wie schon lange nicht mehr.

Bei dem Sauwetter allerdings war ich natürlich in offenen Schuhen unterwegs, die beiden dicken Onkels gut gecremt und eingerollt mit diesem Vlies, welches ich vor ein paar Wochen bei einem Sonntagsspaziergang erstmals ausprobiert hatte, vielleicht erinnert Ihr Euch? Diesmal habe ich aber die graue Seite auf die Wunde gepackt und nicht die äußere weiße Vliesseite wie beim ersten Versuch. Hatte ich berichtet, dass ich das Zeug nicht mehr vom Zeh ab bekam, weil sich das Sekret mit dem Vlies verklebt hat, bevor es eingetrocknet ist? “War wirklich eine tolle Idee, Ela”, schimpfte ich dann abends mit mir und dachte dabei an meine euphorische Anpreisung meines Experiments in diesem Blog….

Natürlich hatte ich diesmal noch zwei Paar Socken drüber und zwei weitere Paare in der Tasche für den Fall der Fälle. Aber irgendwie ist es doch schöner, wenn man bei starkem Regen geschlossene Schuhe tragen kann. Und immer, wenn ich in Köln einen Obdachlosen sah, dachte ich an mein provisorisches Schuhwerk. Komisch?

Wir sahen so viele Menschen, die in Köln auf der Straße ihr Zelt richteten, ich weiß nicht, ob es an meinen offenen Schuhen und den nassen Füßen lag an diesem kalten, verregneten Tag, aber ich kam nicht umhin mich zu fragen: Warum öffnet man die schönen Kirchen nicht und lässt diese Menschen wenigstens zu kalt-nasser Witterung dort übernachten?

Wie definiert die Kirche überhaupt Nächstenliebe? Am Dom hat es niemand gewagt, dort sein Lager aufzuschlagen. Möglicherweise, weil der Priester mit roter Nikolausrobe und fetter Spendenbox mit der Aufschrift “Für unseren Dom” eben vor der Tür nur für die Kirche sammelt und anschließend alles in dieses tote Gebäude gesteckt wird, anstatt im Hier und Jetzt damit den lebenden Menschen zu helfen.

Ich finde das sehr traurig..und das nicht nur, weil heute Montag ist.  ;-)

Michaela Schmidt - 16:56 | Kommentar hinzufügen

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