Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Lebensbühne!

(Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...)

 

13.11.2019

Wir lassen es heute ruhig angehen - Tag 5

19.10.2019 - Tag 5

Beim Aufwachen denke ich meist, alles sei wie immer. Doch dann fällt mir entweder meine eigene Sterblichkeit und Krankheit ein oder die wahrhaftige Wirklichkeit in Bezug um den Verlust. Selbst im Urlaub kann man der Wahrheit nicht entfliehen!

Wir frühstücken etwas ausgiebiger und ohne Zeitdruck.
Heute lassen wir es hier im Hotel ruhig angehen, weil mit meinem entzündeten Bein nun nix mehr geht und relaxen auf der Liege im Grünen mit direktem Blick auf den Atlantik. Herrlich. Das Wetter meint es gut mit uns. Es ist etwas wärmer geworden und sonniger als in den letzten Tagen. Aber immer noch wunderbar, nicht zu warm, sondern sehr angenehm.
 
Madeira 5.jpg
Sogleich nutze ich die Zeit, um zu schreiben. Beim Tippen stören mich zwei direkt am Nagelbett aufgeplatzte Fingerkuppen. Es ähnelt sehr dem Bild meiner Füße. Schaut aber viel dezenter aus. Klar, hier entstehen auch keine weiteren Druckstellen (z.B. durch Schuhe).
 
Meine Beine schauen schlimm aus, das linke noch immer mehr als das rechte….Aber ich lehne die Antibiotika-Tabletten immer noch ab. Warum soll ich “normale” Nebenwirkungen meines kleinen blauen Ordnungshüters mit einer neuen Tablette bekämpfen. Pickel kommen, Pickel gehen. Bisher war das immer so.
Da ich im gesunden Zustand so gut wie nie welche hatte, habe ich mir darüber auch nie Gedanken machen müssen. Dennoch meine ich, dass sie auch irgendwann wieder verschwinden werden… ich muss nur Geduld haben. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich mein Körper irgendwann an diese Chemotablette (ja, ich weiß, das Wort will ich vermeiden) gewöhnt. Mit der Diarrhö ist es auch viel besser geworden. Das muss sich sicher erst alles einspielen. 

Gestern hatten wir übrigens “Feiertag”, denn seit genau 3 Monaten haben wir nun zusammen schon das “Vergnügen”, morgens um 7 Uhr den Tag zu begrüßen.

Hier im Hotel herrscht den ganzen Tag über eine gesittete Ruhe unter den Gästen und auch unter den Hauskatzen, Schmetterlingen usw.
Morgens geht hier immer ein Falkner durch die Anlage mit einem Adler auf der Hand. Auf Kommando fliegt das Tier eine Runde und kommt wieder. Vermutlich soll er die Mäuse auf natürliche Weise fernhalten.
Leider haben wir es bislang versäumt, ein Foto zu machen.

Die hauseigenen Tiere werden anscheinend ausreichend vom Hotel gefüttert, so bettelt auch keine der Katzen am Essenstisch, sondern sie legen sich allerhöchstens mal unter einen freien Tisch.
Wir sind ganz begeistert und werden gerne wiederkommen.

Abends gehen wir ein paar Schritte und Stufen in die Pizzeria, welche zum Hotel gehört und schlendern anschließend noch ein wenig am Meer und an der Promenade entlang.
 
Hier sitzt an der Straße ein Bettler mit seinem kleinen Hund. 
Ich werfe ihm Geld in seine aufgehaltene Kappe und dabei springt der Hund auf und begrüßt mich freudig. Wie gerne hätte ich ihn gestreichelt und wäre nicht ausgewichen, so wie ich es jetzt tun muss, weil er auf mich zustürmt und sich dann leider auch noch schüttelt. Verstört schaut mich der drollige Hund mit seinen Knopfaugen an, das geht mir sehr ans Herz und macht mich unendlich traurig.

Micha spricht mir Mut zu: “Bald kannst du das auch wieder.”

Michaela Schmidt - 16:26 | Kommentar hinzufügen

Gefällt mir


7546
E-Mail
Anruf
Karte
Infos
Instagram
LinkedIn