Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Lebensbühne!

(Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...)

 

13.11.2019

Der Rückflug - Tag 8

22.10.2019 - Tag 8

Morgens um 6 Uhr klingelt der Wecker erbarmungslos. Die restlichen sieben Sachen werden in die Koffer verstaut und dann werden wir auch schon abgeholt und zum Flughafen gebracht.

Auf der Reisebuchung schaut es immer so schön aus…8 Tage auf Madeira….! Aber dass es in Wirklichkeit ja nur gute 6 Tage Entspannung sind, sollte man sich vor Augen führen.

Der Flug bedeutet für mich niemals Entspannung. Auch das Einchecken gehört da mit zu.

Auf dem Weg zum Flughafen lassen wir die schöne Landschaft in der Morgendämmerung an uns vorbeiziehen und freuen uns auf Daheim. Glaubt Ihr nicht wirklich, oder? Ist auch nicht so! Wir hätten es gut und gerne noch ein paar Tage dort ausgehalten.

Es war ein schöner Urlaub, leider mit zu vielen Sorgen, aber irgendwas ist ja immer….

Als wir die Koffer am Schalter abgegen, steht unsere Reiseleitung Nathalie auch schon bereit und erklärt der Dame an der Abfertigung, dass ich Spritzen und Medikamente im Handgepäck mit mir führe, wegen meiner - na Ihr wisst schon….

Alles sei kein Problem, ich brauche das auch gar nicht mehr extra zu melden am Sicherheitscheck zwei Etagen höher.

Wir verabschieden uns von der guten Seele des Hauses Tui und fahren mit der Rolltreppe direkt zum Security-Check-in.

Gut, dort oben angekommen, legen wir unsere Jacken, Taschen und Papiere auf das Band. Ich habe auch keine Lust, irgendwas zu erklären. Also sage ich nichts. Ich erwähne weder die Spritzen, noch Medikamente, Handy, Tablet usw. Das alles ist auch gar kein Hindernis. Doch als ich durch den Scanner gehe, ertönt ein Geräusch. Meine dicken Verbände um die Zehen herum sind auch durch die Strümpfe gut sichtbar. Darauf achtet das Personal nicht. Meine weite Leinenhose wird nur abgetastet. Ich muss die Birkenstock-Schlappen ausziehen und die Fußsohlen (mit Strumpf) zeigen. Erschlagen hätte ich sie können, diese Dame, die auch nur ihren Job macht. Ich hasse sowas. Doch Sicherheit geht vor, schließlich möchte ich doch auch gut wieder nach Hause kommen. Sie kann nichts feststellen. Hätte mich auch verwundert! Doch sie weiß nicht weiter und nimmt meine Schlappen, um sie durchleuchten zu lassen. Keine Ahnung, worauf wohl so mancher Mensch hier kommen mag. Sie wird wohl aus Erfahrung handeln. Nachdem meine Schuhe das Band der Beleuchtung erfolgreich durchlaufen haben  (Achtung Wortspiel ;-), darf ich sie wieder anziehen.

Alles andere wurde lediglich durchleuchtet. Niemand bemängelt, dass ich die technischen Geräte und die Medikamente nicht zuvor angekündigt und gezeigt habe. Auch meinen Medikamentenplan wollte selbst nach dem Durchleuchten der Taschen niemand sehen. Da frage ich mich doch manchmal, warum???

Grundsätzlich besuche ich öffentliche Toiletten nur noch mit Handschuhen! Bloß nichts anfassen. Das habe ich ja damals schon so gehalten, aber mit offenen Wunden an den Händen ist das nicht wirklich spaßig. Somit scheine ich meine Mitmenschen doch arg zu erschrecken. Ein Monster in weißen Handschuhen, da springt das Kopfkino meines Gegenübers sogleich erbarmungslos an und das spiegelt er mir auch wieder. Soll ich darüber jetzt lachen? Es macht mich zumindest nachdenklich, denn wie entsetzt habe ich wohl äußerlich reagiert, wenn mir ein Mensch mit offensichtlicher Behinderung oder Entstellung entgegen gekommen ist?

Vieles, was ich nun erlebe, lässt mich über so manche Dinge völlig anders denken und reagieren.

Blut ist überall, ob ich etwas anfasse oder mir die Nase putze. So viel Blut wie in diesem Jahr, habe ich mein ganzes Leben noch nicht gesehen an mir und auch habe ich niemals einen Gedanken darüber verschwendet, wie es wohl ist, wenn mein Körper eben mal nicht mehr so funktioniert. Man nimmt doch Vieles für selbstverständlich hin und man ist verzeifelt, wenn es denn nicht mehr so ist und man merkt, dass es immer ein großes Glück ist/war, einen intakten Körper zu haben.

Sei dankbar für das, was Dir das Leben schenkt!

Es kann Dir auch schnell wieder genommen werden….

Wir steigen ins Flugzeug. Auch jetzt haben wir wieder Sitze mit Beinfreiheit in der ersten Reihe. Das ist gut. Doch schlecht ist, dass man die Begrenzungsbarrieren zwischen den Sitzen in der ersten Reihe nicht entfernen kann. Da aber der dritte Platz in der Reihe neben uns frei ist, könnte ich gut und gerne dort mein dickes Bein ablegen. In der Reihe hinter uns wäre das problemlos möglich. Naja, man kann nicht alles haben - stimmt wohl in jeder Lebenslage….!

Der Flug ist sehr unruhig - ich versuche, mir hier nichts derartig Schlimmes vorzustellen. Aber es gelingt nur zeitweise. Wenn Du Deinen Kaffeebecher schon ausbalancieren musst, ist es Zeit, auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. Doch das geht ja in der Luft bekanntlich nicht.

Trotzdem kommt mir der Rückflug nicht so gummiartig lang gezogen vor wie der Hinflug. Wir landen sanft und ich bin heilfroh. Auf das Gepäck müssen wir nicht lange warten und so schauen wir nach dem Bus von Airparks, der uns zu unserem Auto bringen wird.

Naja, es sind halt viele Leute unterwegs und so müssen wir warten. Das ist völlig normal. Der Kleinbus kann immer nur ca. 7 Menschen befördern und fährt so immer hin und her.

Als wir dann nach einer guten dreiviertel Stunde endlich in den Wagen einsteigen können, bin ich sehr froh, denn mein Bein jammert und schmerzt. Es steigen weitere zwei Personen mit uns ins Auto und draußen steht eine Gruppe von 4 Personen. Wer jetzt rechnen kann, ist klar im Vorteil. Da ist wohl einer zuviel.

Doch das passt einem aus der warteneden Gruppe überhaupt nicht. Er motzt direkt los und beschimpft den Fahrer, er hätte ihn vergessen und er sehe gar nicht ein, noch eine Weile zu warten, bis der Wagen zurück kommt. Er werde sich ein Taxi bestellen und den Fahrpreis der Firma Airparks in Rechnung stellen.

Bevor dieser arme Kolleriker einen Herzinfarkt erleidet, rücken wir alle etwas zusammen, so dass die 4 Personen noch mitfahren können.

Es ist schon lustig, was in den Köpfen mancher Menschen so vor sich geht.

Hatte dieser Mann wohl einen entspannten Urlaub? Wie hält seine arme Frau das nur aus mit ihm?

Lächerlich, sich über dies und das aufzuregen, wenn man bedenkt, dass man sterblich ist und die bösen Worten irgendwann an Bedeutung verlieren und zu einem Nichts zerfallen.

Achtsamkeit üben - sich selbst und den anderen gegenüber!

Habe ich es auch damals nur für eine moderne Floskel gehalten, so kann ich jetzt bezeugen, da ist was Wahres dran!

Als wir auf dem Parkplatz ankommen, stürmen die Leute aus dem Kleinbus, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Was verpassen sie wohl, wenn sie in Ruhe und mit Bedacht aussteigen?

Ihr Auto wird nicht ohne sie abfahren, denke ich mir. Das Ende kommt schnell genug, warum also diese permanete Eile und die Angst, etwas zu verpassen?

Armselige Geschöpfe, die den Augenblick nicht genießen können!

Wir leben viel zu viel in der Vergangenheit und denken an die Zukunft, anstatt im Hier und Jetzt zu leben!

Auch ich gehörte dazu - und manchmal muss ich mich ermahnen, diese alte Gewohnheit von mir abzuschütteln.

Konfuzius.jpg

Michaela Schmidt - 16:31 | Kommentar hinzufügen

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