Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Bühne des Lebens! 

Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...

 
 

12.01.2020

Erforderliche Biopsie beim HNO der Uniklinik in Essen

06.01.2020

2020.01.06 HNO links.jpg

Nun geht es endlich weiter. Der von mir so herbei gewünschte neue Ordnungshüter Namens Osimertinib scheint leider nicht mit seinem Vorgänger Afatinib vergleichbar,  denn auch nach 15 Tagen schaffte er es nicht, meine inzwischen riesig gewordenen Lymphknoten am Hals - leider schon beidseitig - zu verkleinern. 

2020.01.06 HNO rechts.jpg

Und was er hier nicht geschafft hat, hat er auch im Inneren des Körpers unterlassen. Verdickte Lymphknoten drücken auf die Inneren Organe wie Nebenniere, Niere, Leber, Milz usw. Das macht sich in typischen Tumorschmerzen bemerkbar, wie Bauchkrämpfe, die sich bis in den Rücken ziehen. Es ist kaum auzuhalten. Ich wusste nicht, dass Schmerzen alles andere in Dir ausschalten können! Darunter fallen die Konzentration, die Lebendigkeit, die positven Energien usw.

Meine treue Seele und Freundin Biene begleitet mich zu diesem HNO Termin, der um 11 Uhr angesetzt ist. Diese Unterstützung ist Gold wert!

Natürlich müssen wir auch hier viel Zeit mitbringen. Das ist uns klar. Das Wartezimmer ist überfüllt, steril ohne Bilder. Hier fehlen ganz dringend und überall Bilder, in die man sich wegträumen kann….
Man sitzt in langen Wartereihen Knie an Knie zum Vordermann und mit dem Rücken direkt zum Hintermann. Dazwischen bleibt nicht mehr viel Platz.

Es sind auch ganz liebevolle, freundliche, ebenfalls wartende Menschen mit uns im Raum. Ein Mann, mir gleich schräg gegenüber hilft mir, als ich mich versuche, mich aus meiner dicken Winterjacke zu schälen.

Und eine Frau um die 60, die selbst mit ihrer Schwester wartet, fragt, was denn hier zwei so hübsche, junge Mädels verloren hätten? Ich denke schon, dass ich nicht mehr die bin, die ich einmal war und habe selbst einen Spiegel daheim, von daher nehme ich ihr die liebgemeinten Komplimente, die wohl eher und ehrlicherweise auf meine Freundin voll zutreffen, mit einem dankbaren Lächeln entgegen. Wie kommen ins Gespräch und Biene und ich haben das Gefühl, dies ist eine ganz besondere Begegnung. Ich erzähle ihr kurz und knapp meine Geschichte, alles so nach und nach, das ergibt sich so durch ihre Fragen, die sie mir stellt. Und sie sagt, dass auch ich es meiner Ma leichter machen sollte, indem ich versuche, alles so anzunehmen wie es ist, sie nicht krampfhaft festhalten zu wollen, sondern loszulassen, wo es nur geht. Und sie zieht einen kleinen Kettenanhänger aus der Tasche, den sie mir gerne schenke möchte, er möge mich begleiten und mir ganz viel Kraft schenken und sie weiß, da sie schon viele Patienten begleitet hat, dass ich es schaffen werde! Das weiß sie ganz gewiss, sagt sie voller Überzeugung!

Anhnger HNO.jpg

Wir umarmen uns, ich bin gerührt! Es bewahrheitet sich immer wieder, manche menschlichen Begegnungen sind ein Geschenk, eine Bereicherung. Und sie sind nicht geplant!

Als wir endlich gegen 13 Uhr aufgerufen werden, kommen wir zu einer sehr lieben jungen Ärztin, die mit mir einige unangenehme Voruntersuchungen macht, das alles in einer Minikammer bei kaltem weißen Neonlicht.
Wie Menschen hier so arbeiten können, ist und bleibt mir ein ewiges Rätsel.

Dann kommt der Oberarzt hinzu, ebenfalls ein netter, sehr junger Mann, der seiner Kollegin unterstützend über die Schulter schaut, als sie die erste Biopsie an mir ausführt. Punktiert wird bei örtlicher, leichter eiskalter Betäubung. Sie nehmen sich die linke Seite vor am Hals. Es wird eingestochen, geschossen und erhofft, man habe etwas Brauchbares erwischt. Ich muss einfach nur stillhalten, darf nicht vor Angst zusammenzucken. Und wider Erwarten, scheine ich schußfest zu sein. Wäre also tauglich zur Jagd. (kleiner Scherz am Rande)…
Das Ganze folgt noch bis zu fünfmal und mein Hals wird verbunden. Nun schaut das Ganze wahrscheinlich gefährlicher aus, als es ist. 

Mir ist unsagbar schlecht, was aber mit meinem Allgemeinempfinden zu tun hat, nicht mit der Untersuchung oder Biopsie ansolches.
Trinken und Essen sind mir einfach zuwider. Und das ist sehr schlecht, weil ich aufgrund der eingequetschten Niere ganz viel trinken muss…..

Ich möchte einfach nur nach Hause.

Wir rufen das Mietwagen-Taxi und sind gegen 16 Uhr wieder Zuhause.

Um wenigstens noch ein wenig frische Luft zu schnappen, beschließen Biene und ich, noch ein paar Schritte zu laufen. Allerdings sind es wieder die Treppen im Hausflur (2. OG), die mich über solche Tätigkeiten dann immer zweimal nachdenken lassen. Wir wagen es und schaffen leider auch nur ein paar Meter unsere Siedlung hinab und wieder zurück. Mehr geht nicht. Die Schmerzen im Rumpfbereich und Rücken sind einfach zu überwältigend.

Die Treppen hoch schaffe ich mit Mühe und Not.

Wie schnell ein Körper, der gerade wieder so schön in Schwung war, auch wieder abbauen kann, ist erschreckend.

Michaela Schmidt - 14:27 | 1 Kommentar

  1. Claudia Volkmer

    13.01.2020

    Liebe Ela! Für das neue Jahr 2020 wünsche ich dir ganz ganz viel Kraft und deinem Körper Stärke und Durchhaltevermögen! Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hoffe dass es dir bald besser geht!

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