18.12.2019

Kurzes Update

18.12.2019

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Gegen Abend ruft meine Ärztin an.

Sie bittet mich, morgen früh nochmals in die Klinik zu kommen. 

Es müssen noch einige Untersuchungen gemacht werden,  Herzultraschall, Blutabnahme usw.

Dann bekäme ich eine Studiennummer.

Am nächsten Tag dürfe ich dann wieder in die Uniklinik kommen,  um mir endlich die ersehnte Chance,  sprich Chemotablette, abzuholen. 

Das schaffe ich nicht. Nicht körperlich und auch nicht mental. 

Einmal schon wieder einen Tag lang sitzen und warten und in steril abschreckende Untersuchungsräume, es muss ja sein.

Aber am Tag darauf nochmals, wenn man es doch noch am gleichen Tag aushändigen könne…..

Die Fahrt, die Zeit, der Aufwand….wäre ich gesund,  wäre das alles erträglich und machbar….., aber nicht in meiner aktuellen Verfassung. 

Sie sagte, sie spreche mal mit ihrem Oberarzt….
Sie tut wirklich, was sie kann. Es ist das System, welches die Holpersteine in den Weg räumt. 

Ich bin momentan tatsächlich am Ende meiner Kräfte. 

Das mag zum einen am Opiat liegen. Ich bin schläfrig und antriebslos, verschlafe den ganzen Tag, fühle mich unsicher und bin gereizt. 

Zum anderen mag es auch an der Ausweitung der Metastasen liegen, die unübersehbar und deutlich spürbar sind. 

Will man dem Patienten wirklich helfen oder will man schauen, inwieweit man die Veränderungen auszuwerten hat? 

Michaela Schmidt - 20:09 | Kommentar hinzufügen