16.01.2020

Neuer CT Termin und Verabschiedung von der Studie mit Osimertinib…..aus ist der Traum

08./09.01.2019

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Am Abend des 8. Januars 2020 rief mich meine Ärztin an und bat mich, am nächsten Morgen ganz früh zum CT Termin zu erscheinen. Sie sei sehr froh, so schnell noch einen bekommen zu haben.

Hier muss man sich tatsächlich immer nach der Uniklinik richten, wenn man nicht auf dem Schlauch stehen will. Aber gut, ich schleppte mich also am nächsten frühen Morgen, des 09.ß1.2020 mithilfe eines Taxi-Mietwagens wieder in die Unikliinik.
Es hieß, ich müsse nicht nüchtern kommen, aber frühstücken konnte ich leider auch nichts. Momentan ekel ich mich selbst vor Haferflocken mit Milch und Kakao. Auch Trinken ist mir zuwider.  Es ist wirklich schlimm. Einerseits habe ich dadurch natürlich ganz viel Natriumverlust und andererseits löst eben auch nicht Trinken und nicht Essen wiederum erneute Übelkeit aus. 

Ich sollte zunächst zur Blutabnahme und zum Zugang setzen in die Studienabteilung kommen, aber da wir schon vorab ausgemacht hatten, dass ich mich nun von der Studie, auf die ich solange mit so viel Vorfreude und Erwartung gewartet habe, nun letzten Endes wieder verabschieden könne, ging ich zu der Blutabnahme der WTZ Ambulanz. Hier kann ich davon ausgehen, dass der Zugang ordentlich gelegt wird und es geht auch irgendwie schneller, obwohl natürlich der Zeitplan sehr eng gestrickt und reell gar nicht einzuhalten war. Um halb 8 sollte ich in der Klinik sein, Blut abnehmen, Zugang legen, Kontrastmittelflüssigkeit trinken (möglichst 2 Flaschen) und um 8:15 Uhr war ich zum CT angemeldet. Natürlich wurde alles später und der Termin auf viertel nach 10 Uhr vormittags verschoben.

Für die Studie sei auch noch eine Abschlussuntersuchung angesetzt, die sich für mich persönlich nicht rentierte. Nochmals Blutdruck messen, Blut abgegen, Herzultraschall, EKG und weitere kleine Untersuchungen, die alle gerade 2 Wochen zuvor schon gemacht und für gut befunden wurden. Da sagte ich nein! Punkt. Mehr Untersuchungen konnte und wollte ich nicht mehr über mich ergehen lassen. Mir war so schon elendig zumute und das reine Warten auf CT und anschließendem Arztgespräch eine Tortour ansich.

In letzter Linie half es halt auch nur der Auswertung einer Studie, der ich nicht sehr lange habe beiwohnen dürfen und die mir zu guter Letzt auch wieder mal nichts gebracht hat, außer. dass sicher die Krebszellen in meinen Lymphgefäßen nun wieder wunderbar und ungehindert verteilen konnten.

Hätten wir mit der nun folgenden Therapie nun viel eher angefangen und hätten nicht auf das hoffentliche Wirken der Tablette gewartet, hätte das nicht die Folgen mit sich getragen, die ich jetzt tragen muss. Hätte, hätte, Fahrradkette…..
Es hätte ja auch klappen können, wovon wir ja ausgegangen sind, positiv gestimmt, wie man war.

Nun also zum CT, hier musste ich mich auf den Rücken auf eine harte Bahre legen, den Kopf leicht gestützt und mit kleiner Stütze unter den Kniekehlen. Nun, ich konnte mich diesmal da nicht mal so schwungvoll wie letzens noch drauflegen. Meine Verrenkungen glichen eher einer alternden Frau….. ein merkwürdiges Bild einer Abgemagerten in Gymnastikhose und sportlicher Kleidung mit adretter Figur, die aber zu nichts mehr taugt….

Ich gab sofort an, nicht auf dem Rücken liegen zu können, denn durch die Schmerzen, die ich dabei empfinde, bekomme ich auch keine Luft mehr. Dann könne man die Untersuchung nicht ausführen, sagte mir die nette junge Assistentin. Tja, es ist auch sehr schwer vorstellbar, ein so junger Mensch kann das nicht verstehen, nicht nachvollziehen. Hätte ich vorher auch nicht gekonnt….

Aber mehr als drei Minuten müsse ich nicht aushalten, meinte sie im Nachhinein. Ok, sagte ich, wir probieren es. Ich habe mich doch bei dem CT auf ca. 20 Minuten eingestellt, das wäre unmöglich gewesen. Das hier ging aber wirklich ganz schnell und ich wurde dann auch sanft wieder in aufrechter Position befördert. Der Teil des Weges war also wirklich rasch geschafft. Ich war seelig.

Nun musste ich wieder nach oben in die WTZ Ambulanz. Mit Hilfe eines Rollstuhls, dick und fest im Wintermantel eingepackt, war es für mich alles zu bewältigen. Ein lieber Mann hat mich begleitet und ohne diesen, hätte ich die Wege nicht geschafft. Zu Fuß wäre mir das nicht möglich gewesen. Danke also auch dafür, dass der Ambulanz, bzw. den Patienten diese Mittel zur Verfügung stehen.

Es dauerte dann noch eine Weile bis ich von meinem Vertretungsarzt aufgerufen wurde. Das Prozedere ist immer sehr langwierig und schwer zu ertragen. Ich weiß, andere warten auch, hier wird keiner dem anderen vorgezogen. Aufregen nutzt da auch überhaupt nichts. Im Gegenteil, das Ärgernis der anderen Patienten hält nur wieder auf. Das Personal tut wirklich, was in deren Macht steht.

Das Arztgespräch verlief wie folgt. Ich wurde aufgeklärt über die nun bevorstehende Chemo, die direkt am darauffolgenden Tag angesetzt wurde, um nicht noch weitere Tage ungenutzt verstreichen zu lassen…. dazu musste ich also wieder ganz früh in die Uniklinik, das allein schlaucht schon ungemein. Aufgrund der Tatsache aber, dass es mir körperlich inzwischen schlechter geht, hat mir der Vertretungsarzt ein Bett für die Chemo am folgenden Tag verordnet.

Dazu dann im nächsten Beitrag mehr……

Michaela Schmidt - 09:44 | Kommentar hinzufügen