Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Bühne des Lebens! 

Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...

 
 

13.02.2020

Der Notarzt kommt……!

23.01.2020 

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Ich kann ein Liedchen davon singen…. “Eine Chemo ist nicht lustig, eine Chemo ist nicht toll”…. 
Tausend Andere kennen das leider auch. Aber wem sag ich das…..? 

Doch war ich nach dieser ersten Chemo vom 10.01.2020 so geschwächt und ko, dass ich erst einmal tagelang geschlafen habe. Ich kam kaum aus dem Bett. 

Machen wir uns nichts vor,…..es gibt wirklich schönere Erfahrungen im Leben. 

Und dieses Glück sollten gesunde Menschen tagtäglich ganz bewusst zur Kenntnis nehmen und dafür unendlich DANKBAR sein!!! 

Aber man begreift es meist erst, wenn es zu spät ist und es einen bereits erwischt hat…. - ich berichtete ja bereits davon.  
Gut, kommen wir zum Punkt; ich war also nicht zuletzt durch mangelnden Appetit und Nahrungsaufnahme so geschwächt, dass ich mich nur noch mit großer Mühe vom Bett ins Bad und zurück begeben konnte. 

Die beiden Räume liegen nicht weit auseinander. 

Doch in der Nacht früh morgens um 2 Uhr des besagten Donnerstags hatte ich nun doch Mühe. Ich wankte aus dem Bett und erreichte die Toilette. 

Hier gibt es zwei (wohlgemerkt gedankliche) Stühle und bekanntlich dazu zwei Meinungen.I

Ich behaupte, ich bin auf der Toilette eingeschlafen, weil ich nicht wusste, wie ich so kraftlos wie ich war, wieder ohne Hilfe aufstehen sollte und ich erinnere mich, dass ich vor mich her summte…..mag sich für den einen oder anderen von Euch lustig anhören, das allerdings fand mein Mann nicht! 

Er behauptet, ich sei völlig teilnahmslos und apathisch gewesen und er hatte große Mühe, mich wieder ins Bett zu schleppen. 

Wobei ich im Nachhinein zugeben muss, dass seine Version objektiver ist als meine, immerhin war er - im Gegensatz zu mir - bei klarem Verstand. 

Dann kam es, wie es kommen musste…. Er drohte mir, jetzt den Notarzt zu holen, denn in seiner völlig nachvollziehbaren, verständlichen Angst, sah er mich vor seinem geistigen Auge tagsüber in ähnlichen Situationen, völlig allein in der Wohnung…. 

Die Kraft, ihm zu widersprechen hatte ich, auch dem Notarzt gegenüber, der gleich zusammen mit zwei Helferlein und Tragestuhl anrückte…. Die Herren waren allesamt sehr nett und obendrein auch noch sehr diplomatisch. 
Dass ich nicht ins Krankenhaus wolle, können alle verstehen, doch mit den überhöhten Puls- und Blutdruckwerten, so sagte man mir, die man nicht allein meines Widerstandes und der Aufregung zuschreiben könne, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich hier Zuhause ohne ärztliche Überwachung, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden könne….. 

Die Angst saß tief, meine Vernunft wachte auf und siegte, so willigte ich ein….. 

Im Nachhinein muss ich ehrlich gestehen, so sehr ich meinen Mann auch in jener Nacht verfluchte, so unglaublich dankbar bin ich ihm heute, denn er hat alles richtig gemacht!!! 

Es ging also in ein hiesiges Krankenhaus in unserer Nähe. Der Arzt in der Notfallaufnahme allerdings gefiel mir überhaupt nicht und das ließ ich ihn auch spüren, ebenso sein Gefolge, die diensthabenden Schwestern und an der Stelle wäre ich dann doch am liebsten wieder von der Pritsche gespungen…..!!!! 

Allein die Frage des Arztes an mich: Haben Sie Atemnot? Da mag man behaupten, das sei für einen Lungenkrebspatienten doch die zutreffend berechtigte Frage. Ist ja auch so. 
Doch wenn meine Antwort: NEIN! lautet: Zum Glück bislang noch nie!!!!! Und der Arzt ohne mit der Wimper zu zucken daraufhin anordnet: Gut, dann bekommen Sie jetzt erst einmal SAUERSTOFF…. !!! - ????? …. da fragt man sich schon, mit welcher Logik er wohl sein Studium absolviert hat….. ! 

Kurzum, es war ja nur der Arzt in der Notfallaufnahme, ich war ihm weder verbunden, noch habe ich ihn danach noch sehen müssen…… 

Auf der Station dann hatte ich großes Glück, mir ein sehr großes renoviertes wunderschönes modernes Zimmer mit einer ganz lieben netten älteren Dame teilen zu dürfen, die nicht mehr gut hörte und sowieso die meiste Zeit schlief.

Man stellte nach einigen Untersuchungen fest, dass ich leider Wasser in Lunge habe (das hatte ich nach der allerersten Chemo im Mai 2019 auch) und wohl auch einen Harnwegsinfekt, was die Entzündungswerte in meinem Blutbild wohl nun auch erklärt. 

Leider ist mir das Essen nach wie vor sehr schwer gefallen. In einem Krankenhaus wird man ständig gefragt, was möchen Sie Montag, Dienstag, MIttwoch usw. essen, Frühstück, Mittag, Abend…… 
Einmal war es so schlimm und man wollte mir einen Port verpassen, damit man dort Astronautennahrung anhängen könne. Den ekiligen Beutel sah ich täglich lebhaft vor mir, denn die ältere Dame hatte mit ihm das Vergnügen….. 
NEIN, ich lehnte bestimmt ab! Das wollte ich nicht, kaum war die Schwester aus dem Zimmer, stieg allerlei vorhandene Magensäure in mir hoch und in hohem Bogen…..bitte nicht bildlich vorstellen…! 

Es gibt natürlich auch Tabletten gg. Übelkeit. Habe ich alles, aber neben den leidvollen Hammerschmerzmitteln, die ich morgens und abends bereits in doppelter Dosis einnahm, konnte ich nicht noch mehr Tabletten ertragen. So wie ich es hier schreibe, kommt das altbekannte Gefühl wieder hoch. Darum, Themenwechsel!!! 

Zum Glück hatte ich einen unglaublich netten Chefarzt, der mich so schnell als möglich auch wieder entlassen wollte. Er erklärte mir am Montag, den 27.01.2020, dass er mir nun ein einmal einzunehmendes Mittel gg. Harnweginfekt (da ich bereits Antibiotika zur Genüge intus hatte) verschreiben würde und das Wasser in der Lunge sollte man erst einmal beobachten, bevor man überhaupt irgendwas punktieren würde. 

Der Grund meiner Entlassung ist, so erklärte er mir, dass gerade Chemopatienten unglaublich anfällig seien für Krankenhauskeim & Co…..und diesem Risiko möchte er mich auf keinen Fall aussetzen. 

Ich war seelig, mein Mann sah das anders….. Er sah mich gut “verwahrt”, während er seiner Arbeit viel beruhigter nachgehen konnte. 
Seine Sorgen kann ich gut nachvollziehen. Dennoch fühlte ich mich Zuhause wieder viel wohler. 

Die nächste Chemo folgte dann am 03.02.2020. 
Ein Tag, der harmlos begann und mit einem Notfall endete…., doch dazu dann mehr beim nächsten Mal.

Michaela Schmidt - 10:50 | 1 Kommentar

  1. Nicole

    13.02.2020

    Liebe Michaela,

    ich bin in Gedanken bei dir. Was du durchmachen musst, geht mir wahnsinnig nah.

    Fühle dich einfach ganz fest gedrückt.

    Nicole

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