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Mir geht es gut. Im Verhältnis zu anderen Krebspatienten sogar prächtig.

Trotzdem merke ich seit ein paar Tagen manchmal, dass unter meiner linken Achsel etwas nicht stimmt. Es ist genau das gleiche Gefühl wie anfangs, als ich den verdickten Lymph entdeckte, der das Fass sozusagen zum Rollen brachte. Ich habe es die ganze Zeit vermieden, daran herumzutasten. Und gestern fühlte ich dann doch danach. Da war er, bzw. ein fühlbarer Lymph, direkt neben der Narbe, die damals so groß wie ein Wachtelei geworden ist.

Und prompt war sie da - die Angst…..

Das “Ei” ist inzwischen gänzlich verschwunden. Vielleicht habe ich daher diesen Lymph nicht spüren können mit so einem “Ei” daneben….? Und jetzt fällt es mir auf, weil ich bei bestimmten Bewegungen einen Widerstand spüre, genau wie damals. Allerdings weiß ich nicht, ob dieser Lymph vorher überhaupt kleiner war. Schließlich waren zu Beginn ja viele Lymphe ungewöhnlich dick. Somit kann ich nicht sagen, ob er erst jetzt dicker geworden ist. Fakt ist, dass die Schwellung am Hals verschwunden ist und das waren eben auch verdickte Lymphe.

Seit ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass morgens auf dem Kopfkissen doch einige Haare mehr liegen. Allerdings sind sie natürlich aufgrund meiner Haarlänge und -dicke nicht zu übersehen und schon sehr auffällig. Aber sie liegen dort meist nicht in volle Länge, sondern eher kürzere Exemplare, entweder brechen sie ab oder es sind die Nachwachsenden, denen die Haarwurzeln keine Chance geben, weiter zu gedeihen? Ich weiß es nicht. Vermutlich werde ich in ein paar Monaten ohne….? - wobei ich immer gesagt habe, das würde mir nichts ausmachen….! Tja, was man immer so sagt, wenn man noch nicht wirklich in genau dieser Situation steckt. Kennt Ihr doch sicher auch, oder? Noch ist es eine Vermutung…. Es gab schließlich auch im gesunden Zustand immer mal wieder Phasen im Herbst und im Frühjahr, an denen ich morgens Haare auf dem Kissen fand.

Manchmal muss man sich selbst beruhigen, obwohl man selber nicht daran glaubt. Selbstbetrug ist in einigen Situationen erlaubt und zumindest zeitweise wirksam.

Über Ängste hatte ich mir zu Beginn meiner Krankheit keinerlei Gedanken gemacht. Das mag so manchem Menschen komisch vorkommen. Ich stand unter Schock, zumal der plötzliche Tod meiner Ma zu meiner Diagnose noch hinzu kam. Ich stand neben mir und schaute mir und dem Geschehen aus der Ferne zu, unfähig zu reagieren.

Als ich gestern aber eine Frau mit eine Rollator gesehen habe, die einen Schlauch durch die Nase hatte und schwer atmend die Straße entlang schlich, kam die Angst erstmals so richtig spürbar zum Vorschein. Die Kehle schnürrte sich mir zu, Es fühlte sich regelrecht beklemmend an und die Tränen stiegen mir in die Augen. 

Werde ich bald oder irgendwann auch so mit Luftnot, auf Schlauch und Rollator angewiesen sein?

Atemnot ist neben Blindheit so in etwa das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann.
Meine Oma hatte Asthma. Als Kind konnte ich es mir nicht vorstellen wie es ist, wenig Luft zu bekommen und dadurch schwer atmen zu müssen. In der Zeit vor und nach der Diagnose, bzw. Therapie habe ich annähernd erfahren, wie es ist, wenn einem der Körper nicht mehr gehorcht, wenn er einfach nicht so will wie der Verstand. ….wenn er einfach schlapp macht.
Ich habe Angst, dass er es wieder tut, ist ab und an einfach da. Schließlich macht er es dann einfach. Mich hat er vorher nicht gefragt, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn er seine Funktion ab jetzt einfach mal ein wenig einschränken wird.

Doch ich weiß, dass sich vieles, was wir fühlen zunächst im Kopf abspielt und dann in den Körper wandert. Daher zwinge ich mich, nicht weiter darüber nachzudenken. Aber einfach ist es nicht!

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